Diagnose

Je früher die Diagnose Magenkrebs gestellt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Treten Symptome auf, die auf ein Magenkarzinom hinweisen, wird der Arzt zunächst die Krankengeschichte des Patienten erheben (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung durchführen.1

Das sicherste Verfahren, um ein Magenkarzinom festzustellen oder auszuschließen, ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Sie wird von einem Facharzt für Gastroenterologie durchgeführt. Ziel der Untersuchung ist es, Veränderungen der Magenschleimhaut festzustellen und eventuell Gewebeproben zu entnehmen (Biopsie). Diese werden im Anschluss feingeweblich (histologisch) untersucht.2

Wurde Magenkrebs festgestellt, wird der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen, um die geeignete Therapie festlegen zu können. Dazu gehören:2,3

Mit diesen Untersuchungen sollen folgende Fragen geklärt werden:3

  • Wie groß ist der Tumor?
  • Wie tief ist er in die Magenwand hineingewachsen?
  • Sind umliegende Lymphknoten befallen?
  • Hat der Tumor in andere Organe gestreut?

Lässt sich die Ausbreitung des Tumors mit diesen Untersuchungen nicht sicher beurteilen, können im Einzelfall weitere Untersuchungen veranlasst werden. Dazu gehören:2,3

Die wichtigsten Untersuchungsverfahren werden nachfolgend genauer erläutert.

Für eine Magenspiegelung (Gastroskopie) muss der Magen möglichst leer sein. Deshalb sollten Patienten einige Stunden vor der Untersuchung nichts mehr essen. Für die Untersuchung wird ein dünner biegsamer Schlauch verwendet, dessen beweglicher Kopf mit Lichtquelle und Kamera ausgestattet ist (Endoskop). Der Arzt führt das Endoskop durch den Mund über die Speiseröhre bis in den Magen und beurteilt die Schleimhaut auf dem angeschlossenen Monitor. Mit Hilfe von Instrumenten, die durch das Endoskop eingeführt werden, kann er Gewebeproben entnehmen (Biopsie).3

Eine Magenspiegelung ist in der Regel schmerzfrei. Um den oft auftretenden Würgereiz zu unterdrücken, kann ein Betäubungsmittel in Mund und Rachen gesprüht werden. Viele Menschen empfinden den Gedanken an eine Magenspiegelung jedoch als unangenehm. Sie können vom Arzt ein Schlafmittel erhalten, das sie in eine Art Dämmerschlaf versetzt.3

Bei der Ultraschalluntersuchung werden mittels Schallwellen Bilder aus dem Körperinnern erzeugt, die der untersuchende Arzt direkt auf einem angeschlossenen Monitor beurteilen kann.4 Die Untersuchung ist schmerzfrei und kann beliebig oft durchgeführt werden, da sie den Patienten keiner schädlichen Strahlung aussetzt.

Mit einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraums wird abgeklärt, ob sich bereits Tochterabsiedelungen (Fernmetastasen) in der Leber gebildet haben. Dafür wird ein Schallkopf von außen auf den Bauch aufgesetzt. Bei Verdacht auf Fernmetastasen in den Halslymphknoten kann der Arzt auch den Hals mittels Ultraschall untersuchen.3

Mit einer Ultraschalluntersuchung „von innen“ (endoskopischer Ultraschall oder Endosonografie) kann der Arzt untersuchen, wie groß der Tumor ist und wie tief er bereits in die Magenwand gewachsen ist. Wie bei der Magenspiegelung wird dafür ein Endoskop durch die Speiseröhre in den Magen eingeführt, das mit einem Ultraschallkopf ausgestattet ist. 3

Die Computertomografie (CT) ist ein weiteres Verfahren, um festzustellen, wie weit sich der Tumor im Magen ausgebreitet hat und ob sich bereits Fernmetastasen in den umliegenden Lymphknoten oder in weiter entfernten Organen gebildet haben.3

Die CT-Untersuchung ist ein spezielles Röntgenverfahren, bei dem der untersuchte Bereich des Körpers in vielen Schnittbildern dargestellt wird. Im Unterschied zur herkömmlichen Röntgen-Untersuchung wird der Patient nicht nur aus einer Richtung durchleuchtet, sondern durch eine sich drehende Röntgenröhre vollständig aus allen Richtungen schichtweise „abgetastet“. Diese Untersuchung ist für die Patienten vollkommen schmerzfrei.5

Auch mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) kann die Ausbreitung des Tumors beurteilt werden.3 Diese Untersuchung wird auch Kernspintomografie oder einfach kurz „Kernspin“ genannt. Im Unterschied zur Computertomografie werden die Bilder vom Körperinneren jedoch nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit einem starken Magnetfeld und durch Radiowellen erzeugt. Die Untersuchung ist strahlenfrei und verursacht keinerlei Schmerzen.6

Bei Verdacht auf Knochenmetastasen kann eine Skelettszintigrafie durchgeführt werden. Dafür wird ein radioaktiv markierter Stoff in die Armvene gespritzt, der sich in erster Linie an den Stellen im Knochen anreichert, an denen der Knochenstoffwechsel erhöht ist. Mit Hilfe einer speziellen Kamera lässt sich diese Anreicherung sichtbar machen.7

Bei Verdacht auf eine Tumorausbreitung über den Magen hinaus kann eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt werden. Durch einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke führt der Arzt ein Endoskop ins Innere des Bauchraums und untersucht so die Bauchhöhle. Da dieser Eingriff in Narkose vorgenommen wird, ist meist ein kurzer Krankenhausaufenthalt nötig.7